Warum wir die JOCR iOS App einstellen - ein ehrlicher Rückblick
Manche Projekte begleitet man über Jahre. Sie wachsen, verändern sich, bekommen neue Funktionen, neue Nutzer und irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich fragen muss, ob der eingeschlagene Weg noch der richtige ist. Genau an diesem Punkt stehen wir mit der JOCR iOS App.
Zum Ende dieses Jahres werden wir die App einstellen.
Das fällt mir nicht leicht, denn die JOCR App war nicht irgendein Nebenprojekt. Sie war eines der ersten Dinge, mit denen meine Selbstständigkeit überhaupt richtig Fahrt aufgenommen hat. Über Jahre haben wir an ihr gearbeitet, sie erweitert, verbessert, umgebaut, neu gedacht und unglaublich viel ausprobiert.
Was die JOCR App war - und was wir alles gebaut haben
Die App war von Anfang an mehr als nur ein Begleiter zu YouTube. Sie sollte ein Ort sein, an dem die Community zusammenkommt. Es gab Badges, die man sammeln konnte, indem man QR-Codes gescannt hat - in Videos und bei Aktionen, es gab Leaderboards und Gewinne. Es gab ein Hilfsforum, in dem über neue Apple-Produkte diskutiert wurde, über Bugs, Kaufentscheidungen und Gerüchte. Es gab einen Newsfeed, in dem alle Inhalte zusammenliefen - YouTube, Social Media und Updates.
Zwischendurch haben wir mit „What’s Next“ experimentiert, um Apple-Gerüchte, Leaks und mögliche kommende Features abzubilden.
Und mit JOCR Pro gab es exklusive Inhalte: digitale Wallpaper, besondere Zugänge und zusätzliche Möglichkeiten, mit mir und dem Projekt zu interagieren.
Ein Punkt, der mir persönlich wichtig war: Die JOCR Academy sollte Teil der App werden. Tutorials, Wissen, strukturierte Inhalte. Diese Idee gibt es weiterhin - sie wird aber nicht in der App stattfinden, sondern auf unserer Website.
Die nackten Zahlen - und warum sie trotzdem nicht alles sind
Wenn man nur auf die Zahlen schaut, war die App kein Misserfolg:
442.000 Impressionen
106.000 Produktseitenaufrufe
41.600 Downloads
Das ist stabil. Das ist ordentlich. Und genau deshalb war die Entscheidung auch nicht trivial. Aber Zahlen erzählen eben nur einen Teil der Geschichte.
Die JOCR App auf Platz 6 in den regulären App Store Charts.
Der eigentliche Grund: Fokus und Ressourcen
Eine App ist kein statisches Produkt. Sie braucht Pflege, Updates, Bugfixes, Anpassungen an neue iOS-Versionen, neue Geräte, neue Richtlinien im App Store. Und genau hier liegt der Knackpunkt.
Parallel dazu haben sich andere Bereiche von JOCR extrem weiterentwickelt:
YouTube ist größer und professioneller geworden
Der Newsletter hat an Bedeutung gewonnen
Die Website wird zur zentralen Plattform
Die Academy bekommt einen eigenen Raum
Weitere Projekte sind in Planung, über die ich noch nicht sprechen kann
Irgendwann muss man ehrlich sein: Alles gleichzeitig auf hohem Niveau zu betreiben funktioniert nicht - zumindest nicht sinnvoll. Die App hat überproportional viel Zeit und Energie gebunden, während andere Plattformen deutlich mehr Wirkung, Reichweite und Flexibilität bieten.
Was wir aus der JOCR App gelernt haben
Eine iOS-App zu entwickeln ist kein Nebenbei-Projekt. Und genau das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren.
Wir haben gelernt, wie man eine Idee nicht nur konzeptionell denkt, sondern sie wirklich in ein Produkt übersetzt. Von ersten Ideen über Designs, technische Entscheidungen, App-Store-Richtlinien, Datenschutz, Analytics, Monetarisierung bis hin zu Marketing und Community-Aufbau.
Wir haben gelernt, dass Features, die auf dem Papier gut aussehen, in der Praxis oft noch einmal komplett neu gedacht werden müssen. Dass Nutzerverhalten nicht planbar ist. Und dass eine App erst dann „fertig“ ist, wenn man sie eigentlich schon wieder umbauen müsste.
Ein riesiger Teil dieses Projekts war das Team dahinter.
Ein ganz besonderer Dank geht an Vincent, Timo, Simeon und Pascal. Ohne euch wäre dieses Projekt nie das geworden, was es war. Sauberer Code, durchdachtes Design, schnelle Anpassungen und immer der Anspruch, es richtig zu machen - nicht einfach nur irgendwie.
Gemeinsam haben wir es geschafft, mit der JOCR App sichtbar zu werden.
Wir waren im App Store in den Charts, direkt neben großen Nachrichten- und Medien-Apps. Für ein unabhängiges Projekt ohne Konzern im Rücken ist das alles andere als selbstverständlich - und darauf bin ich bis heute stolz.
Wir haben gelernt, wie Marketing für eine App wirklich funktioniert. Wie wichtig Timing, Kontext und Vertrauen sind. Und dass Community-Aufbau langfristig mehr wert ist als kurzfristige Download-Spikes.
All dieses Wissen verschwindet nicht mit der App. Es fließt in alles ein, was jetzt kommt.
Warum einstellen manchmal die bessere Entscheidung ist
Ein Projekt einzustellen fühlt sich schnell nach Aufgeben an. In diesem Fall ist es eine bewusste Entscheidung, Ressourcen zu bündeln, statt sie zu verstreuen. Die Inhalte verschwinden nicht. Die Community verschwindet nicht. Im Gegenteil: Sie verlagert sich dorthin, wo Austausch, Inhalte und Weiterentwicklung heute besser funktionieren.
Die JOCR Academy wird kommen - nur eben nicht als App-Modul. Der Austausch findet weiterhin statt - nur auf anderen Kanälen und neue Formate und Ideen bekommen jetzt den Raum, den sie brauchen.
Ein persönliches Danke
Ich möchte an dieser Stelle Danke sagen.
An alle, die die App genutzt haben.
An alle, die Feedback gegeben haben - positiv wie kritisch.
An alle, die Pro unterstützt haben.
Und an alle, die das Projekt über Jahre begleitet haben.
Ein bisschen Sentimentalität gehört dazu. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber vor allem überwiegt das Gefühl, jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.
Wie es weitergeht
Die App wird zum Jahresende eingestellt.
Alle weiteren Inhalte, Updates und neuen Projekte findest du:
hier im Blog
im Newsletter
auf YouTube
und auf unserer Website
Und wie immer gilt: JOCR bleibt JOCR - nur jetzt noch ein bisschen fokussierter und wer uns weiter unterstützen möchte, kann auf YouTube als “JOCR Ultra” gerne dabei sein!






